KGZE: Christlich-soziale Werte bewegen Europa – Brückenbauen in ganz Europa

Seit 26 Jahren bietet die Konferenz über gewerkschaftliche Zusammenarbeit in Europa (KGZE) ein Forum für christliche Gewerkschafter/innen aus ganz Europa, um den sozialen Dialog in den einzelnen Staaten, aber auch in Europa zu fördern und die europäische Integration durch Vertiefung der Beziehungen untereinander weiter voranzutreiben. Der Vorsitzende des Österreichischen Zentrums für Arbeitnehmerbildung, ÖGB-Vizepräsident und FCG-Bundesvorsitzender Dr. Norbert Schnedl, konnte gestern, Donnerstag, mehr als 80 Teilnehmer/innen aus 20 europäischen Staaten und als Ehrengäste Mag. Andrea Iki?-Böhm, Botschafterin Österreichs in Kroatien, Krešimir Server, Präsident von NHS, Bartho Pronk, Präsident von EZA und Fritz Neugebauer, II. Parlamentspräsident a.D., bei der feierlichen Eröffnung in Zagreb begrüßen.

In seinen Begrüßungsworten betonte Schnedl, dass die KGZE schon vor 26 Jahren visionär war und immer eine Brückenbaufunktion übernahm. Die Konferenz wurde und wird vom Gedanken getragen, dass Freiheit, die Achtung der Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie ohne freie Gewerkschaften und ohne gesellschaftliche Teilhabe der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unerreichbar sind. Heute habe sich die KGZE zu einer Institution entwickelt, eine Plattform für Dialog, für Erfahrungsaustausch und für Zusammenarbeit. 

Mag. Iki?-Böhm, österreichische Botschafterin in Kroatien, lobte bei ihren Grußworten die vorbildhafte österreichische Sozialpartnerschaft und hob heraus wie wichtig es ist, dass sich bei der KGZE die Sozialpartner der Regionen noch intensiver vernetzen und Best-Practice-Beispiele aus den Nationalstaaten ausgetauscht werden.

NHS-Präsident, Krešimir Server, stellte den Menschen in den Mittelpunkt seiner Grußworte. Durch die steigende Globalisierung wird immer mehr Flexibilität von den arbeitenden Menschen gefordert und dem müssen die Gewerkschaften entgegenwirken. Der Mensch müsse dem Kapital übergeordnet werden und wieder eine primäre Rolle am Arbeitsmarkt bekommen, denn das sei christlich-sozial. 

Bartho Pronk, Präsident des Europäischen Zentrums für Arbeitnehmerfragen, betonte die Wichtigkeit der KGZE. Seit über einem viertel Jahrhundert stellt diese die Arbeit von christlichen Arbeitnehmervertreterinnen und Arbeitnehmervertretern in den Mittelpunkt und übernimmt damit eine wichtige Brückenbauerfunktion in den Osten. 

Der Zweite Nationalratspräsident a. D. und Vorsitzende der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, Fritz Neugebauer, betonte bei seinen Grußworten die Wichtigkeit des Friedensprojekts Europa. Neben dem Friedensprojekt ist aber auch die Solidarität einer der wichtigsten Bausteine der EU, denn aus der Erfahrung ergebe sich klar: „Es gibt keine soziale Gerechtigkeit ohne Solidarität“, und diese Botschaft sei nicht nur Konklusio, sondern vor allem Handlungsauftrag: „Sozialer Dialog ist nie abgeschlossener Prozess, sondern muss gepflegt und immer wieder neu vorangetrieben werden“, so Neugebauer.