KGZE: Der Rechtsstaat als Fundament für Freiheit und Demokratie

Seit 28 Jahren bietet die Konferenz über gewerkschaftliche Zusammenarbeit in Europa (KGZE) ein Forum für christliche Gewerkschafter/innen aus ganz Europa, um den sozialen Dialog in den einzelnen Staaten, aber auch in Europa zu fördern und die europäische Integration durch Vertiefung der Beziehungen untereinander weiter voranzutreiben. Der Stv. Vorsitzende des Österreichischen Zentrums für Arbeitnehmerbildung, GÖD-Vorsitzender und ehem. II. Nationalratspräsident, Fritz Neugebauer, konnte gestern, Donnerstag, 72 Teilnehmer/innen aus 18 europäischen Staaten und als Ehrengäste Nikolaos Kioutsoukis, Präsident von D.A.K.E. und Generalsekretär von GSEE, Bartho Pronk, Präsident von EZA, Panagiotis Giannakopoulos, Kabinettchef des griechischen Justizministers sowie Österreichs Botschafterin in Griechenland, Mag. Andrea Ikic-Böhm bei der Eröffnungsveranstaltung in Athen begrüßen.

Fritz Neugebauer betonte bei der Eröffnung, dass Demokratie, Toleranz, Rechtsstaatlichkeit und Freiheit jene Inhalte seien, mit denen sich die 28. KGZE in den nächsten zwei Tagen in allen Facetten auseinander setzen werde. Und gerade hier in Griechenland – als Geburtsstätte der Demokratie – sei es unsere Aufgabe als Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter einen Austausch zu schaffen, der zeigt, dass Toleranz, Rechtstaatlichkeit und Freiheit etwas Selbstverständliches sei, was leider nicht in allen Kulturen der Welt gelebt werde.

Nikolaos Kioutsoukis, Präsident von D.A.K.E. und Generalsekretär von GSEE, drückte seine Freude darüber aus, dass die 28. KGZE in Athen stattfinde. Gerade jetzt wo die Frage der Rechtstaatlichkeit als auch die Frage nach dem Sozialen Dialog eine wesentliche Rolle für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Griechenland spiele, sei es wichtig, dass sich Kolleginnen und Kollegen aus ganz Europa mit diesem Thema in Athen auseinandersetzen und ein Zeichen der Verständigung an die griechische Regierung senden.

Bartho Pronk, Präsident des Europäischen Zentrums für Arbeitnehmerfragen, betonte die Wichtigkeit der KGZE, die heute noch immer von wesentlicher Bedeutung sei, wie im Jahr 1989. Es sei eine Freude für EZA, diese wichtige Veranstaltung zu unterstützen. Das diesjährige Thema sei gerade in Griechenland, aber auch für viele andere europäische Staaten, ein wichtiges Thema, das oft viel zu kurz komme. Dabei dürfe nie vergessen werden, dass die Rechtsstaatlichkeit eine wichtige und tragende Säule der Demokratie sei und auch wichtige Basis für den Sozialen Dialog. Es ist uns ein besonderes Anliegen, dass dieser bei der KGZE immer wieder im Mittelpunkt sei.

Der Kabinettchef des griechischen Justizministers, Panagiotis Giannakopoulos, empfand es als besondere Ehre Gast bei dieser Konferenz sein zu dürfen. Griechenland erlebe gerade außerordentliche Zeiten. Die Menschen wünschen sich die Sicherheit, dass Unternehmen und Staat die Rechtsstaatlichkeit nicht als leere Worthülse sehen und daran müsse man arbeiten, um zu mehr Gerechtigkeit in Griechenland zu kommen.

Österreichs Botschafterin in Griechenland, Mag. Andrea Ikic-Böhm, freute sich, dass Athen als Austragungsort für die 28. KGZE ausgewählt wurde. Griechenland sein ein wichtiger Schnittpunkt in Europa, ein Schnittpunkt der Kulturen, aber auch ein Schnittpunkt der Religionen. Sie betonte, dass Griechenland gerade interessante Zeiten erlebe, und es besonders wichtig sei, dass man diesem Land solidarische Unterstützung geben müsse. Denn es ist für Österreich, für Europa und für die ganze Weilt von großem Interesse, dass Griechenland wieder zu einem stabilen und erfolgreichen Land werde. Dazu brauche es den Sozialen Dialog, wie er in Österreich gelebt werde, denn nur durch ein Miteinander können auch Lösungen gefunden werden.

KGZE: Christlich-soziale Werte bewegen Europa – Brückenbauen in ganz Europa

Seit 26 Jahren bietet die Konferenz über gewerkschaftliche Zusammenarbeit in Europa (KGZE) ein Forum für christliche Gewerkschafter/innen aus ganz Europa, um den sozialen Dialog in den einzelnen Staaten, aber auch in Europa zu fördern und die europäische Integration durch Vertiefung der Beziehungen untereinander weiter voranzutreiben. Der Vorsitzende des Österreichischen Zentrums für Arbeitnehmerbildung, ÖGB-Vizepräsident und FCG-Bundesvorsitzender Dr. Norbert Schnedl, konnte gestern, Donnerstag, mehr als 80 Teilnehmer/innen aus 20 europäischen Staaten und als Ehrengäste Mag. Andrea Iki?-Böhm, Botschafterin Österreichs in Kroatien, Krešimir Server, Präsident von NHS, Bartho Pronk, Präsident von EZA und Fritz Neugebauer, II. Parlamentspräsident a.D., bei der feierlichen Eröffnung in Zagreb begrüßen.

In seinen Begrüßungsworten betonte Schnedl, dass die KGZE schon vor 26 Jahren visionär war und immer eine Brückenbaufunktion übernahm. Die Konferenz wurde und wird vom Gedanken getragen, dass Freiheit, die Achtung der Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie ohne freie Gewerkschaften und ohne gesellschaftliche Teilhabe der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unerreichbar sind. Heute habe sich die KGZE zu einer Institution entwickelt, eine Plattform für Dialog, für Erfahrungsaustausch und für Zusammenarbeit. 

Mag. Iki?-Böhm, österreichische Botschafterin in Kroatien, lobte bei ihren Grußworten die vorbildhafte österreichische Sozialpartnerschaft und hob heraus wie wichtig es ist, dass sich bei der KGZE die Sozialpartner der Regionen noch intensiver vernetzen und Best-Practice-Beispiele aus den Nationalstaaten ausgetauscht werden.

NHS-Präsident, Krešimir Server, stellte den Menschen in den Mittelpunkt seiner Grußworte. Durch die steigende Globalisierung wird immer mehr Flexibilität von den arbeitenden Menschen gefordert und dem müssen die Gewerkschaften entgegenwirken. Der Mensch müsse dem Kapital übergeordnet werden und wieder eine primäre Rolle am Arbeitsmarkt bekommen, denn das sei christlich-sozial. 

Bartho Pronk, Präsident des Europäischen Zentrums für Arbeitnehmerfragen, betonte die Wichtigkeit der KGZE. Seit über einem viertel Jahrhundert stellt diese die Arbeit von christlichen Arbeitnehmervertreterinnen und Arbeitnehmervertretern in den Mittelpunkt und übernimmt damit eine wichtige Brückenbauerfunktion in den Osten. 

Der Zweite Nationalratspräsident a. D. und Vorsitzende der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, Fritz Neugebauer, betonte bei seinen Grußworten die Wichtigkeit des Friedensprojekts Europa. Neben dem Friedensprojekt ist aber auch die Solidarität einer der wichtigsten Bausteine der EU, denn aus der Erfahrung ergebe sich klar: „Es gibt keine soziale Gerechtigkeit ohne Solidarität“, und diese Botschaft sei nicht nur Konklusio, sondern vor allem Handlungsauftrag: „Sozialer Dialog ist nie abgeschlossener Prozess, sondern muss gepflegt und immer wieder neu vorangetrieben werden“, so Neugebauer.