Wer Gewerkschaften verbietet, verbietet Demokratie!

Wolfgang Pischinger, Vorsitzender der Fraktion Christlicher Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter in der GPA-djp, zeigt sich entsetzt über die Aussagen des oberösterreichischen Obmanns der Wirtschaftskammer.

Dessen Meinung zeuge von einem fehlenden Demokratieverständnis und offensichtlich gibt es immer noch Menschen in der österreichischen Politik, die nichts aus der Geschichte gelernt haben.

Die Gewerkschaften sind für die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer da und darüber hinaus ein wichtiges Symbol für Meinungsfreiheit. „Man muss sich wirklich fragen, ob jemand, der sich den Zustand des Jahres 1934, als Gewerkschaften verboten wurden, zurück wünscht, tatsächlich eine Position in der Politik haben sollte“, so Pischinger.

Gerade die erfolgreiche Zusammenarbeit von Wirtschaft und Gewerkschaften haben Österreich zu einem Land mit höchster sozialer Sicherheit gemacht. „Diese Tatsache sollten wir uns von einzelnen Funktionären, die sich mit solchen Aussagen einfach nur selbst disqualifizieren, nicht schlecht reden lassen“, so Pischinger abschließend.

Nein zur 14 maligen Auszahlung der Mindestsicherung

Die Forderung der GPA-djp nach einer 14-maligen Auszahlung der Mindestsicherung stößt auch in den eigenen Gewerkschaftsreihen auf Unverständnis. Für die Fraktion christlicher GewerkschafterInnen geht diese Forderung in die falsche Richtung. Diese sei klar als Überbrückungshilfe gedacht und nicht als dauerhafte Unterstützung. „Ziel für uns als Interessenvertretung der ArbeitnehmerInnen muss es sein, so viele Menschen wie möglich in Beschäftigung zu haben bzw. zu bringen, und sie nicht von Sozialleistungen abhängig zu machen“, meint Wolfgang Pischinger, FCG/GPA-djp Vorsitzender. Unabhängig davon, ob wir es uns leisten können oder nicht, zeichnet dieser Vorschlag für die FCG ein Lebensmodell für die Zukunft, das auf wenig Gegenliebe stößt. Österreich ist ein Sozialstaat mit hervorragenden Leistungen und guten Absicherungen, man will und muss jedoch in erster Linie Impulse für mehr Beschäftigung setzen. „Dieser Vorschlag geht doch völlig an unserem Auftrag als Gewerkschaft vorbei. Unser Zielpublikum sind alle unselbstständig beschäftigten Menschen. Als Gewerkschaft ist es unser Auftrag, dass die Differenz zwischen Mindestsicherung und kollektivvertaglichem Mindesteinkommen entsprechend gegeben ist“, so Pischinger. Arbeit muss sich wieder lohnen. „Die Forderungen unserer Gewerkschaft etwa nach einer Erhöhung der Mindestgehälter auf 1700 Euro hat unsere volle Unterstützung. Von der 14-maligen Auszahlung der Mindestsicherung distanzieren wir uns als FCG, die ein wesentlicher und wachsender Teil der GPA-djp ist, jedoch ganz klar“, so Pischinger abschließend.

FCG/GPA-djp für die kommenden fünf Jahre gut gerüstet

Im Zuge des Bundesforums der Fraktion Christlicher GewerkschafterInnen in der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (FCG/GPA-djp) haben rund 250 Delegierte die Weichen für die kommenden fünf Jahre gestellt. Das höchste Gremium der FCG in der GPA-djp tagte unter dem Motto „Mensch & Arbeit: Balance ein Leben lang“. Die Bedürfnisse von arbeitenden Frauen und Männern in den unterschiedlichen Lebensphasen werden Schwerpunkt in der zukünftigen Arbeit der christlichen Interessenvertretung der Privatangestellten sein.

Es ist unsere Aufgabe als Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter und Auftrag unseres christlichen Wertefundaments, Arbeitsbedingungen zu schaffen bzw. zu gestalten, um Menschen länger gesund im Erwerbsleben zu halten. Der Mensch als Individuum hat unterschiedliche Bedürfnisse und verschiedene Lebensphasen brauchen Lösungen, die es den Menschen erlauben, in Balance zu bleiben. Diese Schaffung von Rahmenbedingungen, das Finden dieser Lösungen sowie die Umsetzung wird unser Auftrag für die kommenden Jahre sein.

Wolfgang Pischinger gut in der GPA-djp vertreten

Wolfgang Pischinger, Zentralbetriebsrat der Oberbank AG, Vorsitzender der WBG Finance und erster stellvertretender Vorsitzender der GPA-djp wurde nach fünf Jahren erneut an die Spitze der FCG in der GPA-djp gewählt. Gemeinsam mit seinem Präsidiumsteam von Betriebsrätinnen und Betriebsräten aus den einzelnen Bundesländern und aus verschiedenen Branchen sowie mit Bundesgeschäftsführer Günther Trausznitz wird er die Interessen der christlichen Mitglieder und BetriebsrätInnen in der GPA-djp und nach außen vertreten.

Die FCG in der GPA-djp hat alleine im Zeitraum von einem Jahr rund 800 Mitglieder und 280 BetriebsrätInnen dazu gewonnen. Die FCG ist damit eine wachsende Fraktion und als zweitstärkste Fraktion im ÖGB ein wesentlicher Partner in der Interessenvertretung der ArbeitnehmerInnen.

Frauenleben ist Vielfalt leben

Am Tag davor kamen die weiblichen Delegierten der FCG/GPA-djp im Rahmen des Bundesfrauenforums im ÖGB zusammen. Analog zum Motto der Hauptkonferenz diskutierten rund 80 weibliche Delegierte die besonderen Bedürfnisse von Frauen in unterschiedlichen Lebensphasen. Herausforderungen für Karrierefrauen, für Teilzeitarbeitende, für junge Berufseinsteigerinnen oder Frauen, die in die Pension übertreten, wurden beleuchtet.

Karin Zeisel, stellvertretende Betriebsratsvorsitzende der Erste Group Bank AG wurde als Bundesfrauenvorsitzende der FCG/GPA-djp wieder gewählt. Gemeinsam mit drei erfahrenen und kompetenten Betriebsrätinnen aus Kärnten, der Steiermark und Wien wird Zeisel in den kommenden fünf Jahren ihr Hauptaugenmerk besonders auf weibliche Gewerkschaftsthemen legen. Die Wahlfreiheit sowohl für Männer als auch für Frauen stellt sie dabei in den Mittelpunkt ihrer Arbeit.

Somit ist die Fraktion Christlicher GewerkschafterInnen in der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier auch für die kommende Funktionsperiode gut aufgestellt und wir wünschen den gewählten InteressenvertreterInnen viel Erfolg für die kommenden Herausforderungen.