Gabriel: 106. Frauentag – Wir haben immer noch viel zu tun!

„In den vergangenen Jahrzehnten ist im Bereich der Frauenpolitik sehr viel passiert, aber es gibt noch viel zu tun, bis Frauen und Männer in allen Lebensbereichen gelebte Gleichberechtigung erleben können. Hier muss noch sehr viel an Überzeugungsarbeit geleistet werden, damit weitere Verbesserungen umgesetzt werden können“, so die FCG-Bundesfrauenvorsitzende Monika Gabriel anlässlich des 106. Internationalen Frauentags.

„Die am vergangen Wochenende vorgebrachten Vorschläge der ‚Agenda Austria’ zur Schließung der Einkommensschere widerstreben dem Gedanken der Wahlfreiheit für die Eltern. So wichtig das Schließen der Einkommensschere ist, führen solche Modelle eher dazu, dass Familien darüber nachdenken, ob sie überhaupt ein Kind bekommen sollen. Dass Kinder für unsere Gesellschaft wichtig sind, steht für mich außer Frage, genauso wie das Kindeswohl“, lehnt Gabriel die Vorschläge der Agenda Austria strikt ab.

„Wir wollen Eltern, aber auch alleinerziehenden Müttern und Vätern die Wahlfreiheit bei der Auswahl des Modells der Bezugsdauer des Kinderbetreuungsgeldes bieten. Das ist mit dem Kinderbetreuungsgeldkonto auch deutlich gelungen. Der Familienbonus, die flexibleren Varianten und die stärkere Einbeziehung der Väter sind richtige Schritte“, betont Gabriel.

 „Ein Einkommen, das ein gutes Leben ermöglicht, muss für alle möglich sein. Der neueste Sozialbericht des Sozialministeriums zeigt klar auf, dass Frauen stärker armutsgefährdet sind als Männer. Im Gleichstellungsranking des Weltwirtschaftsforums rutschte Österreich um 15 Plätze auf Platz 52 ab. Ein Alarmsignal für die Politik, die endlich aufwachen muss“, fordert Gabriel klare Schritte.

 „Vorschläge wie die der Agenda Austria tragen wenig zur Beseitigung des Gender Pay Gap bei. Hier müssen andere Mechanismen greifen. Unter anderem müssen tradierte Rollenbilder an das Hier und Jetzt angepasst werden. Es kann und darf nicht sein, dass die volle Verantwortung für die Kinderbetreuung in den Händen der Mütter liegt und diese deshalb später in die Altersarmut abrutschen. Väter müssen noch stärker in die Verantwortung gebracht werden. Die Rahmenbedingungen für Familien müssen verbessert und die Anrechnung von Karenzzeiten müssen angepasst werden“, nennt Gabriel einige Möglichkeiten, um die Situation der Frauen zu verbessern.

 „Allein die angesprochenen Themen zeigen, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben. Nutzen wir daher den Tag ganz besonders, um über die Erfolge in der Frauenpolitik zu reflektieren, nutzen wir ihn aber auch, um darüber nachzudenken, was wir tun können, um die Gleichberechtigung und Partnerschaftlichkeit in vielen Bereichen weiter voranzutreiben“, fordert Gabriel abschließend, die sich gleichzeitig bei den vielen Kolleginnen bedankt, die heute und morgen zahlreiche Aktionen durchführen, um auf die Wichtigkeit der verschiedenen frauenspezifischen Themen aufmerksam zu machen.

Flexibilität besteht aus Geben und Nehmen

„Wenn Familienministerin Sophie Karmasin glaubt, dass es heute in der Praxis überall die sogenannte ‚heile Familie’ gibt, dann lebt sie in einer Blase. Die Realität zeigt nämlich eine andere Welt, die aus den verschiedensten Familienmodellen besteht“, zeigen Renate Anderl, ÖGB-Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende, sowie ihre Stellvertreterin, GÖD-Frauenvorsitzende Monika Gabriel, wenig Verständnis für die heutigen Aussagen der Bundesministerin.

„Es gibt bereits jetzt die Möglichkeit, zwölf Stunden zu arbeiten. Sie wurde aber nicht dafür erfunden, dass teilzeitbeschäftigte Frauen an zwei Tagen der Woche arbeiten gehen, und die restlichen Tage hinter dem Herd verbringen“, so Anderl, die die Familienministerin auffordert, sich mit der Erwerbsrealität der Eltern auseinanderzusetzen.

Abgesehen davon, dass österreichweit nur rund 18 Prozent (ohne Wien: 1,9 Prozent) der Kinderbildungseinrichtungen zwölf oder mehr Stunden geöffnet haben, arbeiten vor allem Mütter bereits jetzt wegen der Kinderbetreuung Teilzeit. Ein 12-Stunden-Arbeitstag würde deren Situation nur noch verschärfen. „Für Eltern, die eine längere Strecke zum Arbeitsplatz pendeln müssen, wäre das ohne familiäre Unterstützung nicht bewältigbar“, sagt Anderl.

„Bundesministerin Karmasin fordert, dass sich die Öffnungszeiten der Kinderbetreuungseinrichtungen an den Bedürfnissen der Eltern und der Wirtschaft orientieren. Da könnte sie aber auch gleich die Wirtschaft in die Pflicht nehmen und dort für einen massiven Ausbau der Betriebskindergärten werben. Wer Flexibilität fordert, muss auch für ein entsprechendes Angebot sorgen“, betont Gabriel, für die Flexibilität aus Geben und Nehmen besteht.

„Wir ÖGB-Frauen scheuen keine Diskussion. Bevor wir über Arbeitszeitflexibilisierung verhandeln, müssen die Rahmenbedingungen passen: qualitativ hochwertige Kinderbildungseinrichtungen mit Öffnungszeiten die der Arbeitsrealität entsprechen, Vollzeitarbeitsplätze für Frauen, die das Wollen, und ein Einkommen, das ein gutes Leben ermöglicht“, fordern Anderl und Gabriel abschließend.

Gabriel: Keine politischen Kleinkriege auf dem Rücken der Familien



„Die Diskussion um das Kinderbetreuungsgeldkonto sowie den Papamonat führt schon vor der Einführung zu einer massiven Verunsicherung der Familien und das muss rasch beendet werden“, kritisiert die FCG-Bundesfrauenvorsitzende Monika Gabriel, die öffentliche Diskussion.



„Die Sozialversicherung der Väter im Familienzeitbonusgesetz ist gegeben, allerdings liegt die Pensionsversicherung für dieses Monat derzeit noch in der Eigenverantwortung der Väter. Diese Pensionsversicherung gesetzlich zu regeln, fällt in den Aufgabenbereich des Sozialministers. Es wäre wünschenswert, wenn die Väter im Papamonat auch automatisch pensionsversichert sind“, so Gabriel weiter. 



Gabriel erinnert abschließend: „Die partnerschaftliche Möglichkeit zur teilweise aktiven und dennoch gemeinsamen Kinderbetreuung wäre mit diesem Gesetz gewährleistet. Die Einführung des Kinderbetreuungsgeldkontos ist eine moderne Art und Weise zu mehr gemeinsamer Verantwortung dem Kinde gegenüber und wird von Eltern und Sozialpartnern zu Recht gefordert und sollte daher so rasch als möglich umgesetzt werden.“

105. Frauentag – Wir haben immer noch viel zu tun!

„In den vergangenen 105 Jahren ist im Bereich der Frauenpolitik sehr viel passiert, aber es gibt noch viel zu tun, bis Frauen und Männer in allen Lebensbereichen gelebte Gleichberechtigung erleben können. Hier muss noch sehr viel an Überzeugungsarbeit geleistet werden, damit weitere Verbesserungen umgesetzt werden können“, so die FCG-Bundesfrauenvorsitzende Monika Gabriel anlässlich des 105. Internationalen Frauentages.

„Gerade in der Diskussion um die Pensionsreform ist immer wieder das Schlagwort ‚Erhöhung des Frauenpensionsantrittsalters im ASVG-Bereich’ aufgetaucht. Hier siegte nach zahlreichen Verhandlungsrunden die Vernunft und es wird wie gesetzlich verankert ab 2024 schrittweise angehoben. Dies ist auch sehr wichtig, denn die Frauen haben eine Perspektive verdient, auf der sie ihre Lebensphasenplanung aufbauen“, so Gabriel weiter.

Mit der Diskussion um die Erhöhung des Frauenpensionsantrittsalters verbunden ist auch oft eine Diskussion um die Teilzeitquote, und hier vor allem um die bei den Frauen. Monika Gabriel sieht hier die Wirtschaft gefordert, denn: „Die eigenständige, selbstbestimmte und erwerbstätige Frau muss auch die finanziellen Möglichkeit erhalten, mit ihrem Einkommen auszukommen. Daher sind sichtlich mehr Vollzeitarbeitsplätze notwendig, die von der Arbeitgeberseite zu schaffen sind. Denn jene Frauen, die Vollzeit arbeiten wollen, sollen dies auch können.“

„Allein diese beiden angesprochenen Themen zeigen, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben. Nutzen wir daher den Tag ganz besonders, um über die Erfolge in der Frauenpolitik zu reflektieren, nutzen wir ihn aber auch, um darüber nachzudenken, was wir tun können, um die Gleichberechtigung und Partnerschaftlichkeit in vielen Bereichen weiter voranzutreiben“, fordert Gabriel abschließend, die sich gleichzeitig bei den vielen Kolleginnen bedankt, die heute und morgen zahlreiche Aktionen durchführen, um auf die Wichtigkeit der verschiedenen frauenspezifischen Themen aufmerksam zu machen.

Gabriel: Wesentliche Schritte in der Familienpolitik gelungen

„Das im Sozialausschuss des Parlaments beschlossene Vereinbarkeitspaket ist ein wichtiger Schritt, um Eltern das Zusammenspiel von Familie und Beruf zu erleichtern. Die immer wieder geforderte Verkürzung der Elternteilzeit vom 7. auf das 4. Lebensjahr ist – auch Dank der heftigen Intervention der FCG-Frauen – vom Tisch“, zeigt sich Monika Gabriel, Bundesfrauenvorsitzende der FCG, erfreut über die heutigen Beschlüsse.

„Weiters wird es ab dem 1. Jänner 2016 einen 4-wöchigen Kündigungsschutz für Mütter nach einer Fehlgeburt geben. Dies ist besonders wichtig, da Frauen hier Zeit brauchen und diese auch bekommen müssen, ohne sich über ihren Arbeitsplatz Gedanken machen zu müssen. Damit wird eine langjährige Forderung der FCG-Frauen umgesetzt. Weites wird es künftig auch für Pflegeltern ohne Adoptionsabsicht einen Anspruch auf Karenz sowie Elternteilzeit geben“, so Gabriel

„Durch das Vereinbarkeitspaket ist sichergestellt, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer künftig durchwegs profitieren werden. Wenn die Maßnahmen auch keine Riesenschritte sind, sind sie dennoch ein wichtiger Beitrag dazu, dass Familie und Beruf künftig besser unter einen Hut zu bringen sind“, so Gabriel abschließend.

Gabriel: Verkürzung der Elternteilzeit ist ein No-Go

„Die geplante Verkürzung der Elternteilzeit vom derzeit 7. Lebensjahr auf das 5. Lebensjahr ist ein absolutes „No-Go“ für die FCG-Frauen. Es gibt gerade im Bereich der Kinderbetreuung zahlreiche offene Baustellen, die zuerst bearbeitet werden müssen, bevor über eine Veränderung bei der Elternteilzeit nachgedacht werden kann“, zeigt sich die Bundesfrauenvorsitzende der Fraktion Christlicher Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter im ÖGB (FCG), Monika Gabriel, verwundert über das Ansinnen der Bundesregierung, zumal im Regierungsprogramm nur von einer Überprüfung gesprochen werde.

„Die Länder, Gemeinden und Kommunen müssen die § 15-A-Vereinbarung in Bezug auf den Ausbau der Kinderbetreuungsplätze zu 100 Prozent erfüllen. Bund, Länder, Gemeinden und Kommunen müssen die Rahmenbedingungen, vor allem in Hinblick auf die Öffnungszeiten der Kinderbetreuungseinrichtungen sowie der Tageseltern überprüfen und den Bedürfnissen der Eltern anpassen. Hier gibt es vor allem im ländlichen Bereich noch deutlichen Aufholbedarf. Denn es kann nicht als zeitgemäß angesehen werden, dass Kindergärten über Mittag oder schon um 12:30 Uhr schließen. Hier besteht Handlungsbedarf. In der Eltern-Realität lassen sich Öffnungszeiten von 7.30 bis 12.30 Uhr ohne Unterstützung aus dem Familien- und Freundeskreis nicht mit dem Ansinnen der Regierung nach besserer Vereinbarkeit von Beruf und Familie verknüpfen“, so Gabriel weiter.

„Jede Veränderung bei der Elternteilzeit wäre ein Eingriff in die Rechte der Erwerbstätigen. Aber nicht nur das, es wäre auch ein Anschlag auf die Wahlfreiheit der Eltern. Die Entscheidung wie, sie ihr Kind betreuen bzw. betreuen lassen und wie lange und ob sie arbeiten, muss bei den Eltern liegen. Die Aufgabe der Politik ist es, die optimalen Rahmenbedingungen dafür zur Verfügung zu stellen“, so Gabriel abschließend.