Zauberwort Autonomie

Unter dem Titel „Autonomiepaket“ wurde von der Regierung ein schulisches Strukturpaket in Begutachtung geschickt. Die Vergrößerung der Führungsspanne durch Schaffung von Einheiten mit bis zu 2.500 Schülerinnen und Schülern und acht Schulen oder die ersatzlose Streichung von Klassenschülerhöchstzahlen und Teilungs- zahlen etwa für den Fremdsprachenunterricht tragen jedenfalls reichlich wenig zur Lösung der existierenden Herausforderungen bei. Dafür wären zusätzliche Sprachförderung, Unterstützung bei Migration und Integration, verstärkte Begabtenförderung und Ähnliches erforderlich.

Mehr echte Autonomie täte der Schule gut. Könnten Lehrerinnen und Lehrer den ihnen anvertrauten Schülerinnen und Schüler Besseres mit auf den Lebensweg geben als „die Kraft zur Reflexion, zur Selbstbestimmung, zum Nicht-Mitmachen“, wie es Adorno in seiner „Erziehung zur Mündigkeit“ ausdrückte, der in Autonomie „die einzig wahrhafte Kraft gegen das Prinzip von Auschwitz“ sah? Könnte der Schule Besseres widerfahren, als wieder mehr echte, weil finanziell ausreichend dotierte Selbstbestimmung, Unabhängigkeit und Entscheidungsfreiheit zurückzubekommen? Denn wer sollte besser wissen als die Lehrerinnen und Lehrer, was für die eine Klasse passt, für die andere aber nicht? Wäre es nicht klug, das Prinzip der Subsidiarität zu leben und den Schulen mehr pädagogische Freiheit zu geben, als sie in ein enges und oft fragwürdiges Korsett zu zwängen?

Echte Selbstbestimmung ja, getarnte Fremdbestimmung mit Sparkomponente nein!
Ob die Politik das auch so sieht?

Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter aus dem Westbalkangebiet tagen in Wien

Im Jahr 2011 wurde das Sonderprojekt „Westbalkan“ von EZA (Europäisches Zentrum für Arbeitnehmerfragen) ins Leben gerufen um den Sozialen Dialog in diesen Ländern zu fördern und voranzutreiben. Bei diesem Netzwerktreffen liegt der Fokus auf der Evaluierung der Bildungsallianzen in den Ländern des Westbalkans. Der Vorsitzende des Österreichischen Zentrums für Arbeitnehmerbildung, ÖGB-Vizepräsident und FCG-Bundesvorsitzender Dr. Norbert Schnedl, konnte gestern, Montag, mehr als 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus zwölf Staaten und als Ehrengäste Bartho Pronk, Präsident von EZA, und Fritz Neugebauer, II. Parlamentspräsident a.D., bei der Eröffnung des Netzwerkstreffens begrüßen.

„Der Soziale Dialog in den Ländern des Westbalkans ist sehr unterschiedlich. Umso wichtiger erscheint es, Strategien zu entwickeln, die einen Auf- und Umbau tragfähiger Strukturen für den sozialen Dialog ermöglichen. Damit verbunden ist auch die Europäische Integration. Diese soll durch die Vernetzung und Verstärkung von Bindungen der Arbeitnehmerorganisationen untereinander und mit entsprechenden Organisationen aus EU-Mitgliedsländern vorangetrieben werden“, betont Norbert Schnedl die Wichtigkeit solcher Vernetzungstreffen für den Sozialen Dialog in Europa.

Bartho Bronk unterstrich, wie erfreulich es sei, dass viele Staaten am Westbalkan mittlerweile Mitglieder bzw. Aufnahmekandidaten der EU sind. Das sei vor einigen Jahren noch ein Traum gewesen. Er hoffe, dass mit der Arbeit EZAs auch ein wesentlicher Beitrag zur Integration der Länder des westlichen Balkans in die Europäische Union geleistet werden könne, denn das Ziel müsse die Aufnahme aller Länder sein.

„Jede Kraftanstrengung muss heute in die Bildungsarbeit zur Stärkung des Friedensgedanken gelegt werden. Denn man wird nicht als Europäer geboren, sondern man wird das durch Bildung. Gebildetete Menschen sind von Grund auf Demokraten, da sie gelernt haben, ihr Wissen zu teilen und den Diskurs nicht zu scheuen. Und unsere Aufgabe muss es sein, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer fit machen und das funktioniert nur durch Bildungsarbeit“, strich der Zweite Nationalratspräsident a. D. und Vorsitzende der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, Fritz Neugebauer, die Wichtigkeit von Demokratie und Bildungsarbeit in unserer Zeit hervor.

Gabriel: Begrüßenswerte Initiative von Karmasin und Kurz

„Sprachförderung im Kindergarten legt eine wichtige Basis im Hinblick auf die Volkssschule. Es ist daher sehr begrüßenswert, dass Bundesministerin Sophie Karmasin und Bundesminister Sebastian Kurz hier weitergehende Initiativen setzen“, so die FCG-Bundesfrauenvorsitzende, Monika Gabriel, zur heute präsentierten Initiative von Familien- und Integrationsministerium.
„Jeder Euro, den Bund, Länder und Gemeinden in die sprachliche Frühförderung setzen, muss später nicht in teure Reparaturmaßnahmen gesetzt werden. Wir unterstützen auch die Initiative des zweiten verpflichtenden Kindergartenjahres für jene Kinder, die es brauchen“, so Gabriel.

„Ich hoffe, dass die Verhandlungen rasch voranschreiten, damit die Sprachförderungsmaßnahmen weiter fortgesetzt werden können und damit auch alle anderen zukunfts- und bildungsorientierten Maßnahmen umgesetzt werden“, so Gabriel abschließend.