FCG-GPA-djp ad Liberalisierung der Öffnungszeiten in Wien

„Täglich grüßt das Murmeltier. Der ÖVP-Wien-Obmann Gernot Blümel plädiert dieses Mal für eine völlige Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten. Er argumentiert seine utopische Forderung mit mehr Flexibilität und Freiheit für Unternehmen, vergisst aber offensichtlich auf die 125.000 Beschäftigten im Handel, deren privates Umfeld und deren Familien sowie auf etliche Klein- und Mittelbetriebe, die keinesfalls eine Sonntagsöffnung wollen“, kritisiert der Bundesgeschäftsführer der FCG in der GPA-djp, Günther Trausznitz, die neuesten Aussagen Blümels.

Die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier hat mehrere Umfragen unter Handelsbeschäftigten durchgeführt, in denen sich immer überwältigende Mehrheiten von mindestens 92 Prozent gegen eine Öffnung am Sonntag ausgesprochen haben. Schaut man über die Grenzen in Österreichs Nachbarländer, sieht man, dass selbst dort, wo die Sonntagsöffnung eingeführt wurde, der erwartete Konsumanstieg ausgeblieben ist. Das sollte doch zu denken geben.

Nächtigungs- und Umsatzzahlen zeigen einmal mehr, dass es Wien nicht notwendig hat, den Handel 365 Tage und 24 Stunden am Tag zu öffnen. Wien ist auch so eine lebenswerte Stadt mit vielen spannenden Sehenswürdigkeiten, abseits vom Konsumwahn. Wien ist Weltstadt – auch ohne Sonntagsöffnung!

„Wir werden auch in Zukunft klar gegen eine schleichende Aushöhlung der Sonntagsruhe auftreten. Wir wollen das Bewusstsein für den Wert gemeinsamer freier Zeit wachhalten. Reduziert man die Lebenszeit nur auf reine Arbeits- und Konsumzeit, wird dem Menschen nicht gerecht. Menschen brauchen auch „Verschnauf-Pausen“. Die FCG und GPA-djp steht hinter der Forderung, der Allianz für den freien Sonntag und setzt sich gemeinsam mit ihr dafür ein, den Sonntag dafür frei zu halten und fordert Politik und Wirtschaft auf, die Sonntagsruhe im Handel nicht auszuhöhlen! Herr Blümel, Sie als Vertreter einer Partei, die sich auf christliche Werte und die Katholische Soziallehre beruft, sollten alles dazu beitragen, die Sonn- und Feiertage als Tage für die Familie, Freunde und Ruhe zu erhalten und sie nicht der Wirtschaft und dem Konsum zu opfern“, fordert Trausznitz klar.

Gosch: So nicht, Herr Leitl!

„Banken werden gerettet, Lohnnebenkosten werden zu Gunsten der Betriebe gesenkt sowie Kfz-Steuern werden zum Nachteil der Pendlerinnen und Pendler erhöht. Forderungen der Wirtschaft an die Bundesregierung werden immer rasch umgesetzt und die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hängen in der Warteschleife“, kritisiert der steirische FCG-Landesvorsitzende, AK-Vizepräsident Franz Gosch, die aktuellen Pläne zum 12-Stunden-Arbeitstag.
„Die Bundesregierung verspricht im Wahlkampf eine dringend nötige Lohnsteuerentlastung. Die Umsetzung dieser ist auf ein unbekanntes Datum verschoben worden und quasi zeitgleich werden die Lohnnebenkosten für die Arbeitgeber gesenkt. Das frustriert die arbeitenden Menschen in diesem Land. So funktioniert keine lebenswerte Arbeitswelt“, erläutert Gosch die Sorgen der arbeitenden Menschen.

Das eine Wirtschafts-Zuckerl ist noch nicht verdaut, versuchen Herr Leitl und seine Freunde in der Wirtschaftskammer die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer schon wieder über den Tisch zu ziehen und wollen den 12-Stunden-Arbeitstag als Win-Win-Situation zu verkaufen. „So wie das derzeit präsentiert wird, ist es sicher kein Gewinn für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die länger arbeiten sollen und möglicherweise auch noch Überstundenzuschläge verlieren“, so Gosch weiter.

„Die Flexibilisierung der Arbeitszeit kann durchwegs diskutiert werden, aber es muss den Beschäftigten und den Dienstgebern etwas bringen. Sie darf keinesfalls nur zu Lasten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer passieren“, fordert der AK-Vizepräsident und erinnert an die Forderung der leichteren Erreichbarkeit der 6. Urlaubswoche oder das geforderte Bonus-Malus-System für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

„Wir wollen eine lebenswerte Arbeitswelt und kein Umfeld, in dem die Beschäftigten ausgebeutet werden. Hier muss etwas passieren und zwar rasch. Vor allem Sozialminister Hundstorfer ist hier aufgefordert, schleunigst Maßnahmen zur Entlastung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer umzusetzen“, so Gosch abschließend.