Schnedl: Wir brauchen mehr unbefristete Vollzeitarbeitsplätze

Unbefristete Vollzeitarbeitsplätze statt prekäre Beschäftigungsverhältnisse sind das Rezept aus der Krise

„Leiharbeit und prekäre Beschäftigungsformen dürfen nicht zu Regelbeschäftigungsformen werden. Vor allem Produktionsbetriebe nützen diese Möglichkeiten immer stärker, um den Personalstand flexibel halten zu können. Diese Flexibilität geht zu Lasten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer“, benennt Bundesvorsitzende der Christgewerkschafterinnen und Christgewerkschafter, ÖGB-Vizepräsident Norbert Schnedl, anlässlich des Tages der Arbeit ein immer größer werdendes Problem.

„Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer brauchen mehr unbefristete Vollzeitarbeitsplätze damit sie auf eine langfristige berufliche Perspektive bauen können. Das ist zum Nutzen aller. Einerseits können dadurch langfristige Ausgaben geplant werden, was der Wirtschaft zugute kommt, andererseits werden durch qualitative Arbeitsplätze Wohlstand gesichert und die sozialen Sicherungssysteme entlastet“, so Schnedl weiter.

„Es muss endlich damit Schluss sein, dass immer mehr Konzerne und Produktionsbetriebe prekäre Arbeits- und Beschäftigungsverhältnisse schaffen, um noch mehr Profit zu erwirtschaften. Das hat mit Wirtschaft nichts mehr zu tun. Das ist zum Selbstzweck verkommene verantwortungslose Bereicherung zu Lasten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer“, kritisiert Schnedl die Vorgangsweise mancher großer Konzerne und Produktionsbetriebe. „Diejenigen, die soziale Verantwortung ernst nehmen, kommen dadurch unter Druck und unbefristete Beschäftigungsverhältnisse werden immer weniger.“

„Wir brauchen eine Trendwende. Leiharbeit und prekäre Beschäftigung müssen zur Ausnahme und klar beschränkt werden. Zum Beispiel sollten maximal 10 Prozent Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer als Obergrenze in einem Betrieb zugelassen werden und diesbezüglich muss eine stärkere Mitbestimmung der Arbeitnehmervertreterinnen und –vertreter greifen“, schlägt Schnedl abschließend Maßnahmen zur Reduzierung von Leiharbeit vor.