Gemeinsame Erklärung zum 1. Mai: „Tag der Arbeit“

MCL–Italien und FCG-Österreich

Die österreichischen christlichen Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter (FCG-Österreich) und die Arbeitnehmerorganisation „Movimento Cristiano Lavoratori“ (MCL-Italien) kooperieren seit vielen Jahren mit dem Schwerpunkt auf Bildung und Arbeitsmarkt aus der Perspektive der „Christlichen Soziallehre“.

In einer gemeinsamen Erklärung zum „Internationalen Tag der Arbeit“ halten der Bundesvorsitzende der FCG und Vizepräsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB), Norbert Schnedl, und das Präsidiumsmitglied von MCL-Italien und Co-Präsident von EZA, Piergiorgio Sciacqua, fest, dass die Veränderung der Arbeitswelt sehr rasch und sehr tiefgreifend erfolgt. Diese Änderung darf aber keinesfalls nur nach betriebs- und volkswirtschaftlichen Fragestellungen ausgerichtet sein. Vielmehr ist eine „GUTE ARBEIT“ zu fordern, welche die Würde des Menschen garantiert, für ein gerechtes Einkommen sorgt und Verantwortung für die Umwelt trägt.

„Arbeit gilt in unserer Zeit oft nur als Teilelement in der Produktionskette der profitorientierten freien Marktwirtschaft. Sie wird somit als Gewinn- oder Verlustfaktor für die Rendite der shareholder gesehen. Diese Gedanken müssen sich ändern, denn Arbeit ist auch ein Element der Lebensgestaltung für die Einzelperson und für ganze Familien. Arbeitszeit, Entlohnung und gesundheitliche Rahmenbedingungen der Erwerbsarbeit verändern das Leben der Einzelnen und ganzer Familien. Sie fördern Gesundheit, Bildung und Wohlstand oder schaden Gesundheit und Bildung, oft auch der Existenz von Familien“, so Schnedl, der auch eine notwendige Entschleunigung in der Arbeitswelt fordert.

„In der christlichen Tradition Europas haben die Rahmenbedingungen der Erwerbsarbeit auch einen sozialethischen und moralischen Stellenwert. Daher fordern wir im Namen der Humanität und der christlichen Tradition menschwürdige, gesunde und nachhaltige Arbeitsbedingungen und eine Wertschätzung der Arbeit, die sich in der öffentlichen Haltung von Vertretern aus Wirtschaft und Politik, aber auch in einer familiengerechten Entlohnung zeigt“, so Sciacqua.

„Durch die Globalisierung haben sich das Wirtschaftssystem und die Gesellschaft verändert und werden sich weiterhin ändern. Die Frage an die Verantwortlichen in Wirtschaft und Politik lautet heute: wollen wir einen marktgerechten Menschen erzwingen oder einen menschengerechten Markt schaffen? Für uns zählt der Mensch mit seinen Bedürfnissen mehr als ein profitgerechter Markt“, so Schnedl und Sciacqua abschließend.