Gabriel: Anhebung des Frauenpensionsalters finanziert keine Steuerreform

Rahmenbedingungen für Gleichstellung müssen erst geschaffen werden

„Will man beim Reiten vorankommen, so muss man das Pferd von vorne aufzäumen“, kommentiert die Bundesfrauenvorsitzende der FCG, Monika Gabriel, den Vorstoß von ÖVP-Bundesparteiobmann Reinhold Mitterlehner zur Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters bei den Frauen. Gabriel: „Es gibt derzeit wesentlich größere Herausforderungen in Österreich zu lösen, als das gesetzliche Frauenpensionsantrittsalter anzuheben. Die Situation am Arbeitsmarkt ist derzeit fast als prekär zu bezeichnen und eine Entspannung ist nicht in Sicht. Die Aufgabe der Politikerinnen und Politiker, aber auch aller Arbeitgeber, ist es Rahmenbedingungen für Gleichstellung zu schaffen. So müssen Kindererziehungszeiten besser angerechnet werden, Arbeitsplätze – und hier vor allem Vollzeitarbeitsplätze – für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer geschaffen werden sowie die betriebliche Gesundheitsförderung ausgebaut werden, bevor man über die Anhebung des gesetzlichen Frauenpensionsantrittsalters sprechen kann.“ In der derzeitigen Situation würde eine vorgezogene Angleichung des Pensionsantrittsalters zusätzliche Problemfelder – besonders am Arbeitsmarkt – aufwerfen. „Außerdem muss gegenüber den betroffenen Jahrgängen ein Vertrauensschutz aber auch eine Zukunftsperspektive gewährleistet sein, da sich die individuelle Lebensplanung (Pensionsübertritte, Altersvorsorge) danach orientiert“, so Gabriel abschließend