Schnedl: Bekenntnis der Regierung zu guten Lohnabschlüssen ist zu begrüßen

“Die Aufforderung von Bundeskanzler Sebastian Kurz und Vizekanzler BM Heinz-Christian Strache zu guten Gehaltsabschlüssen im Rahmen der sozialpartnerschaftlichen Verhandlungen sind zu begrüßen. Die hervorragende Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes und die gute wirtschaftliche Situation sind überwiegend Ergebnis der Einsatzbereitschaft aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in allen Bereichen”, sieht FCG-Chef Norbert Schnedl, der auch GÖD-Vorsitzender ist, in den Aussagen von der Regierungsspitze einen positiven Impuls für die anstehenden Lohn- und Gehaltsverhandlungen. 

“Wir alle wissen, dass eine deutliche Kaufkraftsteigerung in allen Bereichen positive Effekte auf Wachstum, Beschäftigung und Stabilität hat. Der Binnenkonsum war und ist eine wesentliche Stütze der positiven wirtschaftlichen Entwicklung in Österreich”, hält Schnedlabschließend fest und kann die parteipolitisch motivierte Kritik an den Aussagen nicht nachvollziehen.

Digitalisierung: „Den Wandel gestalten“

Die Schlagwörter Globalisierung, Digitalisierung, Robotisierung, künstliche Intelligenz trampeln wie wild gewordene Pferde durch den Arbeitsmarkt. Mit ihnen kommt eine neue und stark veränderte Arbeitswelt. 

Harte Tatsachen 

Seit dem Einsatz von Computern, Internet und Robotern in vielen Branchen, hat sich die Welt verändert. Künstliche Intelligenz in Maschinen ist der nächste Schritt. Eine neue und andere Form von Wirtschaft entsteht. Produktion, Handel und der gesamte Arbeitsmarkt verändern sich.

Harte Wahrheiten 

Amazon beschäftigt im Lager fast so viele Roboter wie Menschen. In einigen Branchen geht fast ein Drittel der menschlichen Arbeitsplätze verloren. Neue Arbeitsplätze sollen kommen – statistisch wenigstens, d.h. zahlenmäßig. Die neuen Arbeitsplätze brauchen allerdings eine neue und höhere Qualifikation. 

Bisher waren Arbeit und Sozialversicherung aneinandergebunden. Roboter (und ihre Besitzer) zahlen keine Sozialversicherung. Und: 28% der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer befinden sich jetzt schon in einem sogenannten prekären Arbeitsverhältnis, davon viele im Niedriglohnsektor. Der Rest arbeitet in Teilzeit aber auch in „Homework“, basierend auf Jobs von Internetplattformen. 60% der geringfügig Beschäftigten sind unter 35 Jahre alt! Da stellt sich die Frage: Wie wird ihre Alterspension aussehen? 

Arbeit neu 

Der gewerkschaftliche und gesetzliche Begriff „Erwerbsarbeit“ muss neu gefasst werden: der „Industrie 4.0“ muss die „Arbeit 4.0“ gegenüberstehen. In der „alten“ Industrie war vieles, auch im Büro, Handarbeit mit Köpfchen. Im Digitalen Zeitalter geht es um Kopfarbeit mit körperlichem Einsatz. Computer und computergestützte Maschinen werden von Personen bedient. Rhythmus und Tempo der Maschinen werden Taktgeber für den Menschen. 

Der Arbeitsplatz ist nicht immer die „Firma“. Bisher stellte der Arbeitgeber Räume, Maschinen, Werkzeug und Arbeitsprogramm. Er trug das unternehmerische Risiko. Jetzt trägt das oft die Auftragnehmerin / der Auftragnehmer. Vor allem die „Ein-Personen-Unternehmen“ haben bisher keinen Platz im Sozial- und Arbeitsrecht. 

Die Arbeitszeit ist ungeregelt (oft höher), der Lohn ist oft geringer. Die Produktivität wächst, der Mensch wird dabei krank und hat kaum Anteil am Produktivitätszuwachs. Perioden der Arbeitslosigkeit unterbrechen Versicherungszeiten. 

Gewerkschaft und Wirtschaft sind gefordert 

Daher brauchen wir neue Regelungen für Erwerbsarbeit, Arbeitsschutz, Arbeitszeit und versicherungsmäßig anrechenbare Arbeitsperioden. Sie müssen rechtlich-bindend, wirtschaftlich-erträglich und zukunftsorientiert sein, denn die Entwicklung nimmt an Tempo zu. Dabei sind alle gefordert: Gewerkschaften, die Wirtschaft und der gesetzgebende Staat. Er soll ja das Gemeinwohl – das Wohlergehen aller Bürger – sichern. 

Sozialpartnerschaft neu 

Um das zu erreichen, braucht es nicht weniger, sondern mehr und eine neue Form der Sozialpartnerschaft. Neue Modelle für Erwerbsarbeit, Arbeitszeit und Karriereplanung sollen der Arbeitnehmerin / dem Arbeitnehmer eine sichere Zukunft geben. Lebenslanges Lernen, Umschulung und Bildungskarenz gewinnen an Bedeutung. Auch die pensionswirksame Anrechnung dieser Bildungszeiten steht zur Diskussion. 

Bildung und Weiterbildung als Weg 

Dabei braucht die Wirtschaft, mit ständig neuen technischen und digitalen Anforderungen, aber auch die Arbeitnehmerin / der Arbeitnehmer, die Neues „lernen“ müssen, die Möglichkeit der Bildung. Umschulung und Weiterbildung sind Anteile am Produktivitätsgewinn. Alle sind Nutznießer davon, so auch der Staat, der durch Steuern und Abgaben aus Arbeit und Produktion Wirtschaft stützen und Sozialpolitik finanzieren kann. 

Abschied von gestern 

Wer der Vergangenheit nachtrauert, ist heute von gestern. Wer nur ans Heute denkt, ist schon morgen von gestern. Das gilt auch für uns Christgewerkschafterinnen und Christgewerkschafter. Weil der Mensch im Mittelpunkt steht, müssen wir mit Blick in die Zukunft jetzt die ersten Schritte planen. Als Gewerkschaft im Gespräch mit Wirtschaft und Regierung. Als Kolleginnen und Kollegen im Gespräch mit allen, vor allem mit den Jungen: Wir brauchen alle nicht nur die Möglichkeit, sondern auch die Motivation zum lebenslangen Lernen. 

Schnedl: Die Forderung nach voller Anrechnung von Karenzzeiten wird unterstützt!

Die FCG fordert seit vielen Jahren die volle Anrechnung von Karenzzeiten. Das verbessert die Situation von Frauen in der Berufswelt und verkleinert die Gehaltsschere. 

„ÖAAB-Obmann August Wöginger greift mit seiner Forderung nach besserer Anrechnung von Karenzzeiten nach dem Mutterschutzgesetz und Väterkarenzgesetz eine langjährige FCG-Position auf. Ich begrüße diese politische Initiative ausdrücklich“, unterstützt der FCG-Bundesvorsitzende und ÖGB-Vizepräsident Norbert Schnedl, der auch GÖD-Chef ist, die von ÖVP-Klubobmann und ÖAAB-Chef August Wöginger erhobene Forderung. 

„Das was in einigen Kollektivverträgen bereits geregelt ist, soll für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Ausmaß von 24 Monaten Vollanrechnung von Karenzzeiten gelten. Die Anrechnung von Karenzzeiten für die Vorrückung in den Gehaltsschemata verbessert die Situation von Frauen und Männern in der Berufswelt und wird die sogenannte Gehaltsschere verkleinern“, erklärt Schnedl die Notwendigkeit der Forderung. 

„Eine Familie zu gründen und die damit verbundene Kindererziehung sind enorm wichtige gesellschaftliche Leistungen, die durch begleitende Maßnahmen bestmöglich unterstützt werden müssen. Mit der Umsetzung dieser Forderung wäre ein wesentlicher Schritt gesetzt. Deshalb ist diese wichtige Initiative auf allen Ebenen zu unterstützen“, schließt Schnedl.

Ein Sieg der Selbstverwaltung

„Dass sich der 14-köpfige Vorstand der AUVA in seiner Sitzung am 21. August doch noch einigen konnte, einem Sparpaket der Regierung zuzustimmen, ist gravierenden Änderungen im Reformpapier zu verdanken“, erklärt der ÖAAB-FCG-Fraktionsvorsitzende Fritz Pöltl auf die Kritik der FSG zur mehrheitlichen Zustimmung. Im so veränderte Sparpaket, das der Vorstand mit nur fünf Gegenstimmen akzeptiert hat, wird der AUVA nicht nur der Weiterbestand gesichert, es wird auch schriftlich garantiert, dass es keine Kündigungen und in Zukunft auch keine Privatisierung der Krankenanstalten geben wird. Pöltl: „Dies wurde erst auf Antrag unserer Arbeitnehmervertreter in das Reformpapier aufgenommen.“

Schließung vom Tisch

Die AUVA bleibt damit ein selbstverwalteter Träger mit den vier Handlungsfeldern Unfallprävention, Akutbehandlung, Rehabilitation und Rentenleistungen. Gleichzeitig soll die AUVA aber noch effizienter und leistungsfähiger werden. Möglich wird diese Effizienzsteigerung, weil die Sparvorgabe der Gesundheitsministerin von 500 Millionen Euro auf 135 Millionen reduziert und im überarbeiteten Reformpapier sogar eine Bestandsgarantie für die AUVA abgegeben wurde. „Erst damit war die angedrohte Schließung der AUVA endgültig vom Tisch“, erklärt Pöltl. Es sei bei den Verhandlungen nicht nur gelungen, harte Sparvorgaben der Regierung zu erfüllen, sondern auch dafür zu sorgen, dass nicht bei den Patienten und Leistungen gespart werde.

Politik gefordert

Über die noch ausständigen 294 Millionen Euro des Sparpaketes muss nun der Gesetzgeber durch Änderungen im ASVG sorgen. Darin sind etwa die Abdeckung der Behandlung von Freizeitunfällen durch andere Versicherungsträger und die Entgeltfortzahlung für Klein- und Mittelbetrieb enthalten. Fritz Pöltl: „Wir werden ganz genau darauf achten, dass jetzt auch die Politik ihre Versprechen voll erfüllt und nicht die Versicherten für die fehlenden Millionen zur Kasse bittet!“

19. Bundestag der FCG stellt Weichen für die „Arbeit der Zukunft“.

Norbert Schnedl begrüßte rund 500 Delegierte und zahlreiche Ehrengäste zum 19. Bundestag der FCG im Austria Center Wien am 12. Juni 2018. Darunter befanden sich Bundesminister Mag. Gernot Blümel, der Bundeskanzler Sebastian Kurz vertrat, Bundesministerin Dr. Margarete Schramböck sowie ÖAAB-Bundesobmann und ÖVP-Klubobmann Abg.z.NR August Wöginger. 

„Die Digitalisierung findet statt, und entsprechend unserer christlich-sozialen Werte müssen von der Digitalisierung alle profitieren, nicht nur einige wenige große Konzerne. Das ist die große Herausforderung der nächsten Jahre“, stellte Norbert Schnedl in seiner Begrüßung zum 19. Bundestag der FCG in Bezug auf das Motto „#Mensch #Arbeit #Zukunft“ fest. 

In der Sozialpartnerschaft sieht Norbert Schnedl ein Erfolgskonzept der Zweiten Republik:  „Würde es sie nicht geben, müsste man sie erfinden.“  Die Sozialpartnerschaft garantiert einen friedlichen Interessenausgleich, der durch Verhandlungen auf Augenhöhe erzielt wird. „Ausbauen, nicht Abbauen ist die Devise“, so Schnedl in seinen Grußworten. Weiters stellte er klar, dass unser Sozialversicherungssystem hervorragend funktioniere: „Eine Reform in diesem Bereich kann nur gelingen, wenn alle Sozialpartner die Reformvorhaben mittragen.“ 

ÖAAB-Bundesobmann und ÖVP-Klubobmann August Wöginger unterstrich in seinen Grußworten die erfolgreiche Arbeit der Regierung für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. So sei mit dem Familienbonus Plus die größte familienpolitische Entlastungsmaßnahme der letzten Jahrzehnte gesetzt worden: „Durch den Familienbonus Plus werden 950.000 Familien mit 1,6 Millionen Kindern mit bis zu 1.500 Euro pro Kind und Jahr profitieren.“ Mit der Senkung des Arbeitslosenversicherungsbeitrags sei zudem ein entscheidender Schritt zur Entlastung von niedrigeren Einkommen zwischen 1.381 und 1.948 Euro brutto auf den Weg gebracht worden. „Damit werden bis zu 900.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durchschnittlich um 310 Euro mehr pro Jahr in der Tasche haben“ , so der ÖAAB-Bundesobmann weiter.

Bundesministerin Dr. Margarete Schramböck hob hervor, dass sich das Leben durch die Digitalisierung verändere, und sieht dadurch gute Perspektiven für die zukünftigen Generationen: „Es ist die Chance für Österreich und für Europa, durch eine Reindustrialisierung Arbeitsplätze und Wertschöpfung zurück nach Österreich zu bringen.“ Als Vorhaben der Regierung nannte die Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort, einen Pakt zwischen Wirtschaft und Gesellschaft zu schließen. Ziel des Paktes soll sein, den Zugang zum Erwerb von digitalen Kompetenzen allen Menschen in Österreich zu ermöglichen.

Mag. Gernot Blümel, Bundesminister für EU, Kunst, Kultur und Medien, berief sich auf das Wertefundament der christlichen Soziallehre und unterstrich: „Es muss jenen geholfen werden, die sich nicht selbst helfen können! Wir wollen vor allem jene unterstützen, die wollen, aber nicht können, und nicht jene, die können, aber nicht wollen.“ Gleichzeitig gebe es noch viele Herausforderungen durch den Wandel in der Arbeits- und Medienwelt. Ein wichtiges Ziel der Regierung dabei sei die Herstellung von Wettbewerbsgleichheit als wichtiges und notwendiges Prinzip im digitalen Zeitalter. 

Mit fast 93 Prozent erhielt Norbert Schnedl sehr große Zustimmung für die nächste Funktionsperiode als FCG-Chef. 

Durch die eindrucksvolle Mehrheit bestätigten die Delegierten den erfolgreichen FCG-Kurs der vergangenen Jahre. Als Stellvertreterinnen und Stellvertreter des wiedergewählten Vorsitzenden wurden Monika Gabriel, Susanne Diettrich-Allerstorfer, Iris Seewald, Bettina Zopf, Thomas Buder, Wolfgang Pischinger, Peter Maschat und Thomas Rack, jeweils mit hoher Zustimmung, gewählt. 

Im Rahmen des Bundestags wurde auch der Leitantrag der FCG einhellig beschlossen. Dieser formuliert die Schwerpunkte der Arbeit für die kommende Periode. Das klare Votum ist ein unmissverständlicher Auftrag. Die FCG fordert mit Nachdruck: „Auch in einer digitalen Welt muss der Mensch im Mittelpunkt stehen!“

Bilder vom 19. Bundestag der FCG folgen in Kürze!