Erste österreichische Studie zu „Gender Pricing“ von GÖD/FCG initiiert

Ein Ergebnis vorweg: Frauen zahlen beim Friseur durchschnittlich 11 Euro mehr und werden bei 87 % der Friseure ungleich behandelt. Zu diesem und zu weiteren spannenden Ergebnissen kam die erste österreichische Studie zu „Gender Pricing“, die von der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) beauftragt und vom IHS durchgeführt wurde.

Der Begriff „Gender Pricing“ steht für das Phänomen, dass Frauen oftmals mehr bezahlen müssen als Männer, z.B. bei Friseurdienstleistungen, für Textilreinigungen oder auch beim Kauf von täglich benötigten Pflegeprodukten. Wie real diese Ungleichbehandlung in Österreich ist, wurde bei der Studienpräsentation am 29. August 2019 am Institut für Höhere Studien in Wien aufgezeigt. Monika Gabriel, Frauenvorsitzende der FCG betonte dazu: „Mit der Veröffentlichung der Studie schaffen wir die Basis zu mehr Bewusstseinsbildung und hoffen, dass damit positive Veränderungen in Fluss kommen – denn Gleichbehandlung ist mehr als ein Gebot!“ Das große Interesse an den Studienergebnissen zeigte zudem, dass die GÖD/FCG ein wichtiges Thema aufgegriffen hat, das auch ein gutes mediales Echo erhielt.

Die beiden Studienautorinnen Dr.in Karin Schönpflug und Viktoria Eberhard, BA gaben den vielen GÖD- und FCG-Funktionärinnen und Funktionären im Rahmen der Präsentation weitreichende Informationen und deckten Preisdiskriminierung an konkreten Beispielen auf.

Darauf aufbauend leitete der bekannte Moderator Gregor Wassermann eine spannende Podiumsdiskussion mit unserem FCG-Bundesvorsitzenden und Vorsitzender der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst Dr. Norbert Schnedl, Mag. Friedrich Faulhammer, MMag.aDr.inSophie Karmasin, Mag.aIsabella Woldrich und Mag.aInes Grabner-Drews. Im Zentrum der Diskussion stand dabei die Frage: „Handelt es sich bei „Gender Pricing“ um eine ökonomische Herausforderung für Frauen in Österreich oder doch auch um eine gesamt-gesellschaftliche Herausforderung?Neben Berichten und persönlichen Erfahrungen mit „Gender Pricing“ sowie der Besteuerung von Produkten, die ausschließlich Frauen benötigen, wurde auch ein Blick in die Zukunft gewagt. In dieser solle, da waren sich alle Diskutantinnen und Diskutanten einig, „Gender Pricing“ kein Thema mehr sein. Mit Blick auf die Gegenwart sah unser Bundesvorsitzender Norbert Schnedl abschließend jedoch den Dienstleistungssektor unmittelbar gefordert „sich an die Gesetze zu halten und Frauen sowie Männer als Konsumentinnen und Konsumenten fair und gleich zu behandeln.“

Monika Gabriel appellierte in ihren Schlussfolgerungen schließlich dafür, dass das Diskriminierungsverbot, als Teil der Grundrechte der Europäischen Union, wesentlich effektiver und effizienter beachtet und eingehalten wird. Außerdem erscheint es ihr – vor allem für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in der Gewerkschaftsbewegung – für wichtig, ein gewisses Maß an Wissen zu erwerben, damit der einflussreiche Faktor, nämlich die Wahrnehmung von „Gender Pricing“gesellschafts- und wirtschaftspolitisch erkannt wird.

Fotos zur Studienpräsentation am 29. August 2019 am Institut für Höhere Studien in Wien sind unter http://fotos.fcg.at/fcg-frauen/studienpraesentation-gender-pricing/abrufbar.

Schnedl: Große Trauer um Rudi Hundstorfer

„Der völlig unerwartete Tod von Rudi Hundstorfer ist bestürzend. Er hat den ÖGB in einer existenziellen Krise übernommen und als Präsident das Schiff wieder in ruhigere Gewässer geführt. Die Zusammenarbeit mit den Fraktionen war ihm immer ein wichtiges Anliegen. Als Person war er Zeit seines Lebens für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer da und Garant für einen sozialen Ausgleich – er war ein großer Gewerkschafter“, zeigt sich Norbert Schnedl, ÖGB-Vizepräsident, Bundesvorsitzender der FCG und Vorsitzender der GÖD, bestürzt über das plötzliche Ableben von Rudi Hundstorfer.
 
„Trotz großer Herausforderungen, die zu bewältigen waren, war er immer ein verlässlicher Partner für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Zu Beginn der Finanzkrise hat er in bester sozialpartnerschaftlicher Manier Modelle erarbeitet, die es den Betrieben ermöglichten mit staatlicher Unterstützung die Menschen in Beschäftigung zu halten. Das war auch mit ein Grund, dass Österreich die Krise wesentlich besser bewältigen konnte als viele andere Länder. Diese Umsicht und diese Durchsetzungskraft kennzeichneten das Wirken von Rudi Hundstorfer“, verweist Schnedl auf die großen Verdienste von Rudi Hundstorfer.
 
„Mit dem Tod von Rudi Hundstorfer verlieren wir einen Großen aus der Gewerkschaftsbewegung, einen bekennenden Sozialpartner und einen guten Freund. Meine Anteilnahme in diesen schweren Stunden gilt seiner Frau und seiner Familie“, schließt Schnedl.
 

Josef Riegler und Jugendvertreter fordern Schulterschluss für eine ökosoziale Wende

Am 29. August 2019 fand in Wien der Ökosoziale Zukunftsdialog mit Josef Riegler statt. Dabei kam es zu einem umfangreichen Austausch von Jugendvertretern aus verschiedenen Jugendorganisationen über die bestmögliche Umsetzung der Ökosozialen Marktwirtschaft. Darunter waren unter anderem die Junge ÖVP, die Jungbauern, Junge Christgewerkschaft oder auch Studenten- und Schülervertreter. Diese waren sich einig, dass es einen überparteilichen Schulterschluss und mehr Engagement für eine ökosoziale Wende braucht. In diesem Sinne unterstützt die FCG-Jugend das Klimavolksbegehren.

Neben dem ehemaligen Vizekanzler und Begründer der Ökosozialen Marktwirtschaft Josef Riegler, zeigten das Ökosoziale Forum und das Institut für Umwelt Frieden und Entwicklung (IUFE) mögliche Ansätze auf und lieferten im Verlaufe des Zusammentreffens auch zahlreiche inhaltliche Inputs. „Um die ökosoziale Wende zu verwirklichen braucht unsere Welt nachhaltige mutige Handlungen zur Verwirklichung von großen Visionen. Entscheidungen für die Zukunft müssen langfristig partei- und staatsübergreifend getroffen werden, unter einer möglichst großen Einbindung aller gesellschaftlichen Akteure“, so Riegler. Einige Jugendorganisationen haben derzeit zukunftsweisende Aktionen mit dem Schwerpunktthema Nachhaltigkeit laufen, wie die JVP mit „Heute für Morgen“.

Die FCG-Jugend verwies dabei auf die gegenwärtige Kampagne „Umwelt 4.0“, die an die Kampagne „Arbeit 4.0“ anknüpft. „Der ökologische Faktor, wird neben dem digitalen Umbruch, unsere Arbeitswelt nachhaltig verändern. Wir müssen daher bestmögliche Voraussetzungen für die kommenden Jobs der Zukunft schaffen und unsere Wirtschaft in Einklang mit der Umwelt und Sozialem weiterentwickeln“, erklärt FCG-Jugend-Bundesvorsitzender Thomas Rack. Auch künftig will die Junge Christgewerkschaft Synergien mit anderen Organisationen beim Thema Nachhaltigkeit verstärkt nutzen. „Eine ganz besondere Rolle spielt auch die Agenda 2030 mit den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung, weshalb wir auch Mitglied bei SDG Watch Austria sind“, betont Denis Strieder, der Generalsekretär der FCG-Jugend.

Der Klimawandel ist in verschiedensten Bereichen vermehrt spürbar. Nur gemeinsam, durch eine intensivere Zusammenarbeit und mit mehr Mut können wir die bevorstehenden Herausforderungen meistern. Daher braucht es einen möglichst breiten Schulterschluss und ein verstärktes Engagement von der kommunalen bis zur internationalen Ebene“, hält Zukunftsdialog-Initiator Sascha Krikler fest, der auch Mitglied im Bundesvorstand der Jungen Christgewerkschaft ist. Der Koordinator des Burgenländischen Kommunalrates hat mit der FCG-Jugend zudem im Vorjahr die Plattform „Ökosozial & Regional“ ins Leben gerufen, um den Dialog zwischen Experten und Gemeindevertreter zum Thema Nachhaltigkeit zu forcieren mit dem Ziel innovative Ideen sowie den lebendigen Austausch auf kommunaler Ebene zu fördern.

Kolumne: Qual der Wahl

Von Robert Dahl stammt der Satz: „Stille Bürger/innen sind perfekte Subjekte für Diktaturen; aber sie sind eine Katastrophe für jede Demokratie!“ den Prof. Milan Katuninec aus der Slowakei bei einer Konferenz christlicher Gewerkschafter/innen im heurigen Frühjahr in Ljubljana zitierte.

Er beschrieb in seinem Vortrag das Jahr 1989 mit dem Fall des kommunistischen Systems in Mittel- und Osteuropa mit den Worten: „Nie zuvor in der Geschichte ist Europa der Einheit in Freiheit so nahegekommen.“ Aber seit der Jahrtausendwende und durch die digitale Revolution ist derzeit wieder ein gewaltiger Veränderungsprozess im Laufen. Es besteht die Gefahr eines Verlustes von Sinn- und Wirklichkeitsbezügen. Er forderte von den Bürger/innen in der EU kritisches Denken und sah die größte Gefahr in einem Lebensstil, der aus Bequemlichkeit, Gleichgültigkeit und Leichtsinn keine Verantwortung mehr anerkennen will.

Auch wenn von vielen Seiten die Gegenwart als ein „Postfaktisches Zeitalter“ beschrieben wird, müssen wir als Gewerkschafter/innen mit aller Kraft gegen die Verbreitung von Halbwahrheiten, Lügen, Fake-News im Netz – und in weiterer Folge in Gesprächen – auftreten. Falls die Beschreibung zutrifft, dass heute immer mehr junge Menschen an Stelle von „Aktivisten“ zu „Clicktivisten“ werden, die glauben, mit einem Mausklick alles erreichen zu können, müssen wir dagegen steuern. Angesichts globaler Herausforderungen, die lauten: Globalisierung, Digitalisierung, Klimawandel und Demographischer Wandel – wird ein Knopf mit der Bezeichnung: „Click here to save the world!“ nicht ausreichend sein.

Ja, Wahlkämpfe sind oft nervenaufreibend. Aber das ungeheure Glück, in einer Demokratie zu leben sollte uns Verpflichtung sein, für den Erhalt dieser Werte einzustehen. Seien wir also keine „stillen Bürger/innen“, sondern übernehmen wir am Wahlsonntag Verantwortung für die Richtung der Politik, indem wir jene Kandidat/innen mit unserer Stimme unterstützen, die unsere christlich-sozialen Werte im Parlament umsetzen. Das ist keine Qual, sondern ein hart erkämpftes Recht!

Anrechnung der Karenzzeiten ab 01.08.2019

Seit Jahren fordern wir als BundesFCG-Frauen – aber auch als ÖGB-Frauen – eine bessere Anrechnung der Kinder-Karenzzeiten. Tatsache ist, dass zurzeit noch immer etwa 44% der Kollektivverträge keine Anrechnung aufweisen. Dass es diese bereits in 56% der KVs gibt, ist ausschließlich der Verdienst der jeweiligen Fachgewerkschaft bei den KV-Verhandlungen. 

Die langjährige frauenpolitische Forderung nach Anrechnung der Karenzzeiten wurde nun – dank Hartnäckigkeit und Ausdauer – für unsere jungen Mütter erfüllt. 

Der Nationalrat hat Anfang Juli 2019 eine Änderung des Mutterschutzgesetzes beschlossen! Diese Novelle führt nun zu einer Anrechnung von Karenzen für Geburten ab 1. August 2019 in vollem Ausmaß. 

Achtung: der Bezug von Kinderbetreuungsgeld ist nicht ident mit einer Karenz!! 

Es werden ausschließlich Karenzzeiten nach dem Mutterschutzgesetz (= maximal bis zum 2. Geburtstag des Kindes) angerechnet! 

Die Gesetzesänderung wirkt sich damit auch auf die Bemessung der Kündigungsfrist durch den Arbeitgeber, die Dauer der Entgeltfortzahlung im Krankenstand und auf das frühere Erreichen der 6. Urlaubswoche aus. 

Dies ist somit ein weiterer wichtiger Meilenstein zum Schließen des Gender Pay Gaps, der nach wie vor österreichweit rund 20% beträgt.

Ebenso gibt es während einer Karenz zur Kindererziehung nun keine Benachteiligung mehr bei Gehaltsvorrückungen. 

Das bedeutet: zB bei Inanspruchnahme einer 2jährigen Karenzzeit hatte die Kindesmutter mit einer finanziellen Verschlechterung auf die gesamte Lebensverdienstsumme zu rechnen, da der mögliche „Gehaltssprung/Vorrückung/Umreihung“ nicht stattfand. Mit der nun beschlossenen Gesetzesnovelle zum Mutterschutzgesetz wurde diese unfaire Behandlung beseitigt! 

Diese wichtige Gesetzesnovelle zum Mutterschutzgesetz fand dank der Unterstützung des ÖAABs durch die NR-Abgeordneten ÖAAB-Bundesobmann August Wöginger, Bundesvorsitzende der ARGE Frauen im ÖAAB Gertraud Salzmann und Bundesleiterin der ÖVP-Frauen Juliane Bogner-Strauß ihre Umsetzung. Ein guter Grund mehr, Ihnen am 29. September 2019 unserer Stimme zu geben.

Monika Gabriel

FCG-Bundesfrauenvorsitzende 

FCG-Jugend: Unfaires Verhalten gegenüber Bildungswilligen

Was ist passiert? Die Bundesregierung erteilte für lediglich ein Jahr die Finanzierungszusage, wodurch einige Studiengänge an der Fachhochschule nicht starten können. Studenten, die bereits eine Zusage und wahrscheinlich ihre Bildungsteilzeit vereinbart haben, können dadurch ihre Ausbildung nicht starten!

Thomas Rack, Bundesvorsitzender der FCG-Jugend, kann der Entscheidung der Bundesregierung in dieser Frage nichts abgewinnen: „Wie kann es sein, dass drei Wochen vor Studienbeginn in einem Land wie Österreich, 150 Studierende vor die Türe gesetzt werden?!“

Der öffentliche Dienst steht im Hintergrund der bevorstehenden Pensionierungswelle vor einem großen Umbruch, dafür werden viele gut qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gebraucht. Zur persönlichen Weiterbildung haben viele von Ihnen ein berufsbegleitendes Studium gewählt. „Die berufliche Weiterbildung muss von der Regierung und vom Arbeitgeber gefördert werden. Genau hier schiebt die Übergangsregierung mit Ihrer Blockadehaltung jetzt aber den Riegel vor. Dies ist nicht akzeptabel und wird von der FCG-Jugend mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln versucht werden zu verhindern“, so Rack.

„Es müssen umgehend mit allen Beteiligten Gespräche geführt werden, um für die Studentinnen und Studenten eine zufriedenstellende Lösung zu finden“. Die Hoffnung stirbt zuletzt – wir hoffen auf eine praktikable und zukunftsorientierte Lösung für Bildungswillige so Bundesvorsitzender der FCG-Jugend Thomas Rack abschließend.