FCG-GPA-djp Gosch: MIT UNS NICHT

„Schwarze Gewerkschafter in der Sozialversicherung werden keiner Verschärfung der Krankenordnung in der ÖGK zustimmen“, so Franz Gosch Bundesgeschäftsführer der FCG in der GPA-djp.

„Die im Forderungspapier der Wirtschaft gelisteten verschärften Kontrollmaßnahmen werden in der ÖGK Selbstverwaltung keine Mehrheit finden. Einerseits würden die Überlegungen der WKÖ in die Privatsphäre der Patienten eingreifen, aber andererseits auch der ärztlichen Schweigepflicht widersprechen. Die derzeitigen Kontrollen sind ausreichend und für alle Beteiligten praktikabel“, ist Gosch überzeugt.

Das Vorpreschen der Wirtschaftsvertreter wird einem sozialpartnerschaftlich-vorweihnachtlichen Konsens weichen, so die Einschätzung von Christgewerkschafter Franz Gosch im Hinblick auf die Sitzung des ÖGK-Überleitungsausschusses am Dienstag.

FCG-Frauen fordern null Toleranz bei Gewalt- und Sexualdelikten sowie weitere Verbesserungen für den Opferschutz

Anlässlich des internationalen Gedenktages für alle Frauen und Mädchen, die Opfer von Gewalt wurden, fordern die FCG-Frauen eine konsequente Null-Toleranz-Politik gegenüber Tätern von Gewalt- und Sexualdelikten sowie weitere Verbesserungen im Bereich des Opferschutzes. „Aber auch das Internet darf kein straffreier Raum bleiben, indem sich Täter hinter der Anonymität des Netzes verstecken können“, pocht Monika Gabriel, die Bundesfrauenvorsitzende der Fraktion Christlicher Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter – FCG – im ÖGB, auf die Umsetzung des digitalen Vermummungsverbots, damit auch Gewalt in Form von Cybermobbing und Stalking endlich geahndet werden kann.

Zudem sieht Gabriel, die auch Vorsitzende des Bereichs Frauen in der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) ist, jeden Mann und jede Frau gefordert, sich an der bewusstseinsbildenden Diskussion zu beteiligen: „Erst wenn Gewalt wahrgenommen wird, können die richtigen Konsequenzen gezogen werden. Daher ist es uns als FCG-Frauen ein besonderes Anliegen, auf die vielen unterschiedlichen Maßnahmen im Rahmen der Aktion ´16 Tage gegen Gewalt an Frauen´ aufmerksam zu machen und an der Bewusstseinsbildung mitzuwirken.“

Mag.a Ursula Hafner, die stellvertretende Frauenvorsitzende in der FCG und Leiterin des Bereichs Familien in der GÖD, begründet das Engagement der FCG-Frauen unter anderem auch damit, dass aufgrund einer Recherche der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte festgestellt wurde, dass es auch in Österreich sehr viele Betroffene gibt. „Und diese Fakten wollen die FCG-Frauen nicht verschweigen“, so Hafner.

Fakten zur Gewalt an Frauen:

  • Jede 5. Frau ist körperlicher und/oder sexueller Gewalt ausgesetzt.
  • Jede 5. Frau erlebt ab ihrem 15. Lebensjahr physische und/oder sexuelle Gewalt.
  • Jede 3. Frau wird ab ihrem 15. Lebensjahr sexuell belästigt.
  • Jede 7. Frau ist ab ihrem 15. Lebensjahr von Stalking betroffen.
  • Im Jahr 2018 gab es 41 weibliche Mordopfer. Ein trauriger Rekord.
  • 8.076 Betretungsverbote wurden 2018 von der Polizei (gegen Männer) verhängt.
  • 18.526 Menschen wurden 2018 Opfer von familiärer Gewalt. Gewaltschutzzentren und Interventionsstellen betreuten diese Opfer. 84% dieser Opfer waren Frauen und Mädchen!

Gewalt ist nicht verhandelbar

Die FCG-Frauen erhalten Unterstützung von der FCG-Jugend, die sich ebenso an den Aktionstagen beteiligen und dabei auf die unterschiedlichen Gesichter von Gewalt aufmerksam machen: „Gewalt ist auf unterschiedlichen Ebenen anzutreffen, sowohl auf psychischer und physischer Ebene aber auch auf struktureller Ebene wie zum Beispiel in Form von Diskriminierung, Mobbing, Aggression und sexueller Belästigung – im Privaten, im öffentlichen Raum aber auch am Arbeitsplatz,“ erläutert dazu die stellvertretende Vorsitzende der FCG-Jugend Desislava Manolova.

Da die Wahrnehmung von Gewalt und deren unterschiedlichen Erscheinungsformen nicht immer eindeutig sind, bedarf es einer bewusstseinsbildenden Diskussion. „Umso nachdrücklicher weisen die FCG-Frauen darauf hin, dass Gewalt dort beginnt, wo persönliche Grenzen bewusst überschritten werden“, schlägt Ursula Hafner in dieselbe Kerbe und sieht eine starke Allianz zwischen FCG-Jugend und FCG-Frauen.

„Ja, wir wünschen uns ein Arbeitsumfeld in dem Wertschätzung, Würde und Respekt selbstverständlich sind“, ergänzt Monika Gabriel abschließend und fordert zur Null-Toleranz-Politik ein bewusstseinsbildendes Maßnahmenpaket gegen Gewalt an Frauen am Arbeitsplatz, denn „Gewalt ist nicht verhandelbar“.

Christian Gruber als Bundesvorsitzender der FCG/vida wiedergewählt

Gestern, am 5. November 2019, fand der 4. Bundesfraktionstag der FCG/vida im ÖGB-Catamaran statt. 75 delegierte Betriebsrätinnen und Betriebsräte der FCG/vida aus den unterschiedlichen Fachbereichen trafen sich zu Mittag zur Wahl ihrer Gremien und zur Vorbereitung des derzeit in Wien stattfindenden vida-Gewerkschaftstages. Christian Gruber und sein Team wurden dabei mit 100 % der Delegiertenstimmen mit der Führung der Fraktion Christlicher Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter (FCG) in der Gewerkschaft vida beauftragt. „Mit diesem eindeutigen Ergebnis, werden wir unseren erfolgreichen Weg der vergangenen Jahre fortsetzen und dafür Sorge tragen, dass unsere Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben bestmöglich betreut und unterstützt werden“, so der wiedergewählte Bundesvorsitzende Christian Gruber im Anschluss an die Verkündigung des Wahlergebnisses.

Zu Beginn des Bundesfraktionstags durfte Christian Gruber zahlreiche Ehrengäste begrüßen, darunter den ÖGB-Vizepräsidenten, Bundesvorsitzenden der FCG und Vorsitzenden der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) Dr. Norbert Schnedl sowie den Generalsekretär des ÖAAB Abg.z.NR Christoph Zarits. Beide unterstrichen in ihren Grußbotschaften die gute Zusammenarbeit zwischen FCG und ÖAAB. So zählte etwa die Einführung des Familienbonus PLUS im vergangenen Jahr zu einem der zentralsten Forderungen der FCG und des ÖAAB wodurch die Rahmenbedingungen für erwerbstätige Eltern deutlich verbessert wurden und diese eine große steuerliche Entlastung erhielten.

In den kommenden Jahren wird sich die Gewerkschaft vida besonders um die Herausforderungen der Digitalisierung aber auch um den Klimaschutz bemühen. Der wiedergewählte Bundesvorsitzende der FCG/vida mahnt dazu „ein neues Miteinander innerhalb unserer Gewerkschaft“ ein. Vor allem die jungen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sollen in Zukunft von einer starken Gewerkschaft profitieren denn „wir stellen den Menschen in den Mittelpunkt unseres Handelns“, so Gruber abschließend.

FCG-Jugend: Thomas Rack wurde als Vorsitzender wiedergewählt

In der Riverbox in Wien fand der Bundestag der Jungen Christgewerkschaft (FCG Jugend) unter dem Motto „Umwelt 4.0“ statt. Zahlreiche junge Christgewerkschafterinnen und Christgewerkschafter aus den verschiedenen Bundesländern und Gewerkschaften waren zusammengekommen, um den Weg für die nächsten Jahre festzulegen. Dabei wurde Bundesvorsitzender Thomas Rack in seinem Amt bestätigt.

„Wir haben in der letzten Legislaturperiode viel erreicht und die FCG Jugend positiv weiterentwickelt. Insbesondere die Rettung des Jugendvertrauensrates war ein Riesenerfolg für unsere Organisation. Mein engagiertes Team und ich werden diesen Erfolgsweg fortsetzen und uns auch künftig konstruktiv sowie zielstrebig für die Anliegen der jungen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stark machen“, hält Rack fest. Der wiedergewählte Bundesvorsitzende aus Niederösterreich erhielt 97,5 Prozent der Delegiertenstimmen. Als seine künftigen stellvertretenden Bundesvorsitzenden fungieren Desislava Manolova, Sascha Krikler, Kevin Überegger, Marcel Mikysek und Robert György – die einstimmig gewählt wurden.

Im Zuge des Bundestages wurde auch ein umfassender Leitantrag verabschiedet und damit auch die inhaltliche Weichenstellung für die Zukunft festgelegt. Die FCG-Jugend spricht sich darin etwa gegen eine Lehre im Pflegebereich oder für einen faireren Welthandel aus. Darüber hinaus wurde auch eine umfassende Klimaschutz-Resolution im Sinne der ökosozialen Marktwirtschaft beschlossen. Dazu gehören unter anderem eine Stärkung unserer lokalen Märkte sowie von regionalen Produkten, der Schutz unserer Landwirtschaft und Wirtschaft oder auch die Einführung eines Qualitäts- und Regionalitätsbonus sowie eines Produktionsausgleichs.

Der FCG-Bundesvorsitzende und ÖGB-Vizepräsident Dr. Norbert Schnedl sorgte im Zuge seines politischen Referats für spannende Inputs. Dabei verwies er auch auf die größeren Erfolge der FCG in den letzten Jahren, etwa der Einführung des Familienbonus. JVP-Wien-Landesobmann und Nationalratsabgeordneter Nico Marchetti bedankte sich in seinen Ausführungen für die erfolgreiche Zusammenarbeit. Unter den zahlreichen weiteren Gästen waren unter anderem auch die JVP-Generalsekretärin Laura Sachslehner oder der Schülerunion-Bundesobmann Sebastian Stark.

Erste österreichische Studie zu „Gender Pricing“ von GÖD/FCG initiiert

Ein Ergebnis vorweg: Frauen zahlen beim Friseur durchschnittlich 11 Euro mehr und werden bei 87 % der Friseure ungleich behandelt. Zu diesem und zu weiteren spannenden Ergebnissen kam die erste österreichische Studie zu „Gender Pricing“, die von der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) beauftragt und vom IHS durchgeführt wurde.

Der Begriff „Gender Pricing“ steht für das Phänomen, dass Frauen oftmals mehr bezahlen müssen als Männer, z.B. bei Friseurdienstleistungen, für Textilreinigungen oder auch beim Kauf von täglich benötigten Pflegeprodukten. Wie real diese Ungleichbehandlung in Österreich ist, wurde bei der Studienpräsentation am 29. August 2019 am Institut für Höhere Studien in Wien aufgezeigt. Monika Gabriel, Frauenvorsitzende der FCG betonte dazu: „Mit der Veröffentlichung der Studie schaffen wir die Basis zu mehr Bewusstseinsbildung und hoffen, dass damit positive Veränderungen in Fluss kommen – denn Gleichbehandlung ist mehr als ein Gebot!“ Das große Interesse an den Studienergebnissen zeigte zudem, dass die GÖD/FCG ein wichtiges Thema aufgegriffen hat, das auch ein gutes mediales Echo erhielt.

Die beiden Studienautorinnen Dr.in Karin Schönpflug und Viktoria Eberhard, BA gaben den vielen GÖD- und FCG-Funktionärinnen und Funktionären im Rahmen der Präsentation weitreichende Informationen und deckten Preisdiskriminierung an konkreten Beispielen auf.

Darauf aufbauend leitete der bekannte Moderator Gregor Wassermann eine spannende Podiumsdiskussion mit unserem FCG-Bundesvorsitzenden und Vorsitzender der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst Dr. Norbert Schnedl, Mag. Friedrich Faulhammer, MMag.aDr.inSophie Karmasin, Mag.aIsabella Woldrich und Mag.aInes Grabner-Drews. Im Zentrum der Diskussion stand dabei die Frage: „Handelt es sich bei „Gender Pricing“ um eine ökonomische Herausforderung für Frauen in Österreich oder doch auch um eine gesamt-gesellschaftliche Herausforderung?Neben Berichten und persönlichen Erfahrungen mit „Gender Pricing“ sowie der Besteuerung von Produkten, die ausschließlich Frauen benötigen, wurde auch ein Blick in die Zukunft gewagt. In dieser solle, da waren sich alle Diskutantinnen und Diskutanten einig, „Gender Pricing“ kein Thema mehr sein. Mit Blick auf die Gegenwart sah unser Bundesvorsitzender Norbert Schnedl abschließend jedoch den Dienstleistungssektor unmittelbar gefordert „sich an die Gesetze zu halten und Frauen sowie Männer als Konsumentinnen und Konsumenten fair und gleich zu behandeln.“

Monika Gabriel appellierte in ihren Schlussfolgerungen schließlich dafür, dass das Diskriminierungsverbot, als Teil der Grundrechte der Europäischen Union, wesentlich effektiver und effizienter beachtet und eingehalten wird. Außerdem erscheint es ihr – vor allem für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in der Gewerkschaftsbewegung – für wichtig, ein gewisses Maß an Wissen zu erwerben, damit der einflussreiche Faktor, nämlich die Wahrnehmung von „Gender Pricing“gesellschafts- und wirtschaftspolitisch erkannt wird.

Fotos zur Studienpräsentation am 29. August 2019 am Institut für Höhere Studien in Wien sind unter http://fotos.fcg.at/fcg-frauen/studienpraesentation-gender-pricing/abrufbar.

Schnedl: Große Trauer um Rudi Hundstorfer

„Der völlig unerwartete Tod von Rudi Hundstorfer ist bestürzend. Er hat den ÖGB in einer existenziellen Krise übernommen und als Präsident das Schiff wieder in ruhigere Gewässer geführt. Die Zusammenarbeit mit den Fraktionen war ihm immer ein wichtiges Anliegen. Als Person war er Zeit seines Lebens für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer da und Garant für einen sozialen Ausgleich – er war ein großer Gewerkschafter“, zeigt sich Norbert Schnedl, ÖGB-Vizepräsident, Bundesvorsitzender der FCG und Vorsitzender der GÖD, bestürzt über das plötzliche Ableben von Rudi Hundstorfer.
 
„Trotz großer Herausforderungen, die zu bewältigen waren, war er immer ein verlässlicher Partner für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Zu Beginn der Finanzkrise hat er in bester sozialpartnerschaftlicher Manier Modelle erarbeitet, die es den Betrieben ermöglichten mit staatlicher Unterstützung die Menschen in Beschäftigung zu halten. Das war auch mit ein Grund, dass Österreich die Krise wesentlich besser bewältigen konnte als viele andere Länder. Diese Umsicht und diese Durchsetzungskraft kennzeichneten das Wirken von Rudi Hundstorfer“, verweist Schnedl auf die großen Verdienste von Rudi Hundstorfer.
 
„Mit dem Tod von Rudi Hundstorfer verlieren wir einen Großen aus der Gewerkschaftsbewegung, einen bekennenden Sozialpartner und einen guten Freund. Meine Anteilnahme in diesen schweren Stunden gilt seiner Frau und seiner Familie“, schließt Schnedl.